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H1: Ein Saisonstart nach Mass? „Ja, aber…“

Geschrieben am 14. September 2026 von Roman Geissmann

Am letzten Sonntag hat sich also zeigen sollen, wie Coach Geissmann seine Mannen nach dem Saisonabstieg wieder aufrappelt, neu konstelliert und in ‚optimo casu‘ sogar zu neuem Glanz verhilft. Denn mit Glanz und Gloria ist es für das Fanionteam vorerst vorbei. Keine Einzelrunden mehr, so wie es in der 1. Liga KF ein ungeschriebenes Gesetz ist. Kein Platzkomfort in der Garderobe. Die Eröffnungsspiele in Mellingen liessen die Mannschaft genau diese Schmach spüren, die man sich selbst zuzuschreiben hat.

Obwohl… Halt. Anstelle von einer finsteren Mine legte das Team eine gewisse Lockerheit an den Tag. Nostalgie kam auf! Sich wieder einmal mit gefühlt 5 Teams die Hallenmitte zwischen zwei Spielfeldern fürs Einwärmen teilen. „Ä chlii Chäpsle“ an Ort und Stelle, um zumindest ein bisschen Wärme in seine Muskeln zu pumpen. Zwischendurch rennt einem beim Ausschwung nach Schussabgabe noch ein Kleinkind vors Visier. Ach, was haben sie es vermisst, diesen organischen Hallentumult am Sonntagnachmittag. Diese schöne Seite vom Unihockey hat man fast schon vergessen, wenn man nebenbei nicht noch als ehrenamtlicher Juniorentrainer agiert.

Vergessen hat das Herren 1 an diesem Tag auch noch was anderes. Nämlich wie man konzentriert und abgeklärt in ein Spiel startet.

Richenthal Cannibals – UHC Wehntal Regensdorf 5:8 (3:2)

Nicht etwa Kannibalen aus Papua-Neuguinea oder Melanesien begrüssen das Fanionteam in die 2. Liga, sondern jene aus dem Richenthal*, die auf diese Saison aufgestiegen sind. Darunter ein altbekanntes und gern gesehenes Gesicht: Unser guter Freund Ramon Gantenbein.

Es war ein sehr nervöser Start der Mannschaft, der von vielen Fehlpässen und individuellen Fehlern geprägt war. War es die Angst gefressen zu werden? Kollege Gantenbein hat nämlich gezeigt, dass er ‚bissig‘ ist und hat den Ball herrlich per Volley-Backhand (!) in unsere Maschen geknallt. Ein Treffer, den wir ihm von Herzen gönnen und wir als Team vielleicht sogar gebraucht haben, um ins Spiel zu kommen. Denn es war das Tor zum alarmierenden 1:3 in der 16. Minute. Nach und nach gewann man mehr Zweikämpfe, optimierte die Passqualität und kam in einen guten Rhythmus. In der 23. Spielminute ging man dann mit 4:3 erstmals in Führung und verwaltete diese anständig bis Spielende. Trotz der angewandten Polemik werden wir hier nicht das Haar in der Suppe suchen, das zu diesem fragwürdigen Einstand geführt hat. Wie die Reaktion im zweiten Spiel gegen den anderen Aufsteiger und Gastgeber Mellingen gelaufen ist, wird von einem anderen Schreiber erzählt. Meine Strafaufgabe ist erledigt.

Eismeister Zaugg Hallenmeister Hulliger

*Anm. d. Verf.: Richenthal Cannibals schafft es in die persönliche Top 3 von Unihockey Vereinsnamen. Zusammen mit Unihockey-Team TV Bohrmaschine Zeiningen und den Black Sticks Embrach. Keine Polemik. Purer Fakt.

TV Mellingen – UHC Wehntal Regensdorf 0:12 (0:5)

Nach dem eher harzigen Start gegen Richenthal stellte sich die Frage, ob das Herren 1 gegen den zweiten Aufsteiger des Tages nochmals dieselbe Anlaufzeit benötigen würde. Die Antwort: offenbar nicht.

Bereits nach gut vier Minuten fiel das 1:0, kurz darauf das 2:0. Regensdorf hatte nun deutlich mehr Ruhe am Ball, gewann die Zweikämpfe und liess Mellingen kaum ins Spiel kommen. Beim Stand von 0:4 nahm der Gastgeber bereits sein Time-out. Geholfen hat es nur bedingt. Mit einem komfortablen 5:0 ging es in die Pause.

Und wer dachte, dass man danach etwas Tempo herausnehmen würde, wurde bereits nach zwei Sekunden eines Besseren belehrt: 6:0. Der Rest des Spiels entwickelte sich zunehmend zu einer einseitigen Angelegenheit.

Besonders sehenswert war dabei Neuzugang Luc Borer. Mit etwas Samba im Hüftgelenk tanzte er seinen Gegenspieler aus und trug den Ball anschliessend sehenswert ins Tor. Auch Martin Joc schien Gefallen daran gefunden zu haben, die Mellinger Defensive auszutanzen und sich mit Toren und Assists in die Statistik einzutragen.

Vorne lief es also. Doch die eigentlich historische Leistung fand am anderen Ende des Feldes statt. Tristan Dürig, unser Jungspund zwischen den Pfosten, hielt über die gesamten 40 Minuten dicht. Kein Gegentor. 12:0. Shutout.

Und dieser ist tatsächlich etwas Besonderes: Der letzte Shutout des Herren 1 datiert vom 4. Dezember 2011. Damals stand Torhüterlegende Timon Volkart im Kasten. Dieser ist mittlerweile in der 5. Liga unterwegs und bewies am selben Sonntag, dass auch die alten Herren noch wissen, wie man Punkte sammelt: 11:0 und 8:3 – ebenfalls zwei Spiele, zwei Siege – und ebenfalls ein Shutout von Timon.

Fast 15 Jahre später darf sich nun also auch Dürig in die Regensdorfer Shutout-Geschichtsbücher eintragen.

Zwei Spiele, zwei Siege, vier Punkte und ein historisches 12:0. Für einen Absteiger erstaunlich wenig Tristesse. Man könnte sich fast daran gewöhnen.

Damit wäre auch meine Strafaufgabe abgearbeitet. Ich verabschiede mich und überlasse die nächste Polemik wieder anderen.

Bänkliwärmer Lätsch

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