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Frühlingsgefühle in Gossau

Geschrieben am 4. März 2026 von Daniel Seibold

Siegesverwöhnte Sportler-/innen oder Teams können nicht nachfühlen, wie riesig der
Stein war, der Coach Seibold und seinen Mannen am 1. März 2026 nach Schlusspfiff
vom Herzen fiel. Die Euphorie eruptierte richtiggehend. Mit dem Horn würgte
Altmeister K. Grill den verfluchten Ball über die Linie – Buzzer Beater! What a feeling!
Doch der Reihe nach.

Der Frühling macht sich langsam, aber sicher breit, es wird wärmer, die Sonnenbrillen
werden hervorgekramt, die Röckli werden kürzer und die Laune wird merklich besser.
Wer den Frühling nicht mag, hat ein ernsthaftes Problem (Allergiker natürlich
ausgenommen 😉). Und inmitten dieses Glücksgefühlscocktails aus Dopamin,
Serotonin und Noradrenalin fuhr der UHC WR guten Mutes nach Gossau im Zürcher
Oberland. Frühling hin oder her, viel zu lachen hatte Rägi angesichts des Saisonverlaufs
eigentlich nicht. Oft gut gespielt und schlecht belohnt, noch öfter aber auch schlicht
miserabel verteidigt und entsprechend eben doch verdient verloren. So das bisherige
Saisonfazit. Hinzu kommt Verletzungspech, was auch nicht hilft. Ergibt in der Summe
die berühmte rote Laterne. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, wie man so schön
sagt. «Letzte Ausfahrt» Gossau. Now or never. Do or Die. Hit oder Shit. Rägi brauchte
dringend Tore, Punkte, Glückshormone. Also auf in die Schlacht.

Rägi v Bäri – enge Kiste, Teil 1

Bäretswil ist einer der wenigen Gegner, die man in dieser Saison schlagen konnte.
Entsprechend selbstbewusst stieg Regensdorf in dieses stets hitzige Duell. Bäretswil hat
sich merklich gesteigert und mutierte innert Kürze vom Tabellenschlusslicht zum
Playoffmitkandidaten. Das Spiel wog hin und her, beide Teams hatten ihre Momente
und es blieb stets knapp, kein Team vermochte davonzuziehen. Zur Pause führte
Bäretswil knapp mit 4:3. Doch kurz nach Wiederbeginn gelang dem UHC WR der
vielumjubelte Ausgleich. Ziemlich genau zur Spielmitte kassieren die letztjährigen
Cuphalbfinalisten aber einen – einmal mehr – ärgerlichen Gegentreffer und hechelten
fortan – einmal mehr – einem Rückstand hinterher. Nochmals gelang der Ausgleich, der
aber keine Minute Bestand hielt. Und auf das 5:6 (erneut ein vermeidbarer
Gegentreffer) fand Rägi leider keine Antwort mehr. Bäretswil brachte den Vorsprung
abgezockt und dank einer starken Defensiv- und Torhüterleistung sowie helfender
hoher Stöcke über die Runden. Am Ende stand es dank Empty Nettern 8:5 für Bäri. Eine
enge Kiste, einmal mehr zu Ungunsten der Regensdorfer. Die Frühlingsgefühle wichen
grossem Ärger über die eigene Unfähigkeit, ein enges Spiel auch mal auf die eigene
Seite zu zwingen. In der Kabine musste nun auch mal Klartext gesprochen werden, ehe
es galt, die Kräfte neu zu bündeln.

Rägi v Niederwil – enge Kiste, Teil 2

Im zweiten Spiel des Tages wartete mit Niederwil noch ein Playoffkandidat. Die St.
Galler stürmen richtiggehend Richtung «grün im Teletext». Doch an diesem Tag reisten
sie leicht dezimiert an. Weshalb Rägi sich zum Ziel setzen musste, aufs Gaspedal zu
drücken. Dies gelang zu Beginn nicht so wirklich, es war eher ein «Abtasten». Erneut
lagen die Zürcher zur Pause mit einem Tor im Rückstand. Und erneut gelang kurz nach
Wiederanpfiff der Ausgleich (Pipo mit einem Zdeno-Chara-Gedenkslapshot). Weil sich
auch danach die Geschehnisse weiter wiederholten, ging man folgerichtig wieder in
Rückstand. Doch Aufgeben ist keine Option, zu verlockend ist die Aussicht auf einen
spielfreien Frühling am Letten! Weiter kämpfen, weiter leiden, weiter büezen. So die
Devise. Und Duracellhase Mathis (Extrameile hat sich gelohnt!) ging voran und
hämmerte den Ball erneut in die Maschen. Ausgleich, 4:4, noch knapp dreieinhalb
Minuten auf der Uhr. Seibold nimmt sein Timeout. Er blickt seinen Jungs tief in die
Augen. «Gehen wir ins Casino?» Will heissen: Torhüter raus, All-In, alles auf Sieg.
Natürlich machen wir das! Rägi braucht einen Sieg, um ernsthaft im Kampf um die
Nicht-Abstiegsplätze zu bleiben. Now or Never. Do or Die. Hit oder Shit. Rägi zieht sein
4vs3 auf, das auch gar nicht so schlecht funktioniert. Ihr ahnt ein Aber und hier
kommt’s auch schon: ABER die Abschlüsse segelten allesamt über oder nebens Tor.
Statt Hit vorerst «Shit»: Gegentor (Empty Netter). Niederwil reisst die Führung wieder
an sich. Doch Aufgeben ist keine Option, zu verlockend ist die Aussicht auf einen
spielfreien Frühling am Letten! Weiter kämpfen, weiter leiden, weiter büezen. So die
Devise. Torhüter wieder raus. Der Ball kommt zu Party Marty und der ist bekannt dafür,
nicht lange zu fackeln. Zack, bumm – Tor. Ausgleich. Weiter geht’s. Torhüter wieder
raus. Rägi macht Druck, lässt den Ball laufen, kommt dem Tor näher und näher. Bis
Capitano Fäbe die Brechstange rausholt und … den Pfosten trifft. Gibt’s doch nicht!!
Noch 5 Sekunden auf der Uhr, Befreiungsschlag Niederwil Richtung Tor. Altmeister Grill
macht auf Torhüter, pflückt den Ball gekonnt runter und rennt los. «Schüüüüüüss»
erklingt es von der Bank und der Tribüne gleichermassen. Doch Grill lässt sich Zeit, wird
abgedrängt und holt schliesslich einfach den Verzweiflungsschuss raus. Einfach aufs
Tor. «Gib em Ball e Chance is Goal z gah, nöd wahr”. Und der kullert tatsächlich
irgendwie rein. Ein absolutes Kacktor. Aber eben ein Tor. Mit der Sirene! Ein fucking
Buzzer Beater. Nun brechen alle Dämme. Soooo viel Dopamin, Serotonin, Noradrenalin.
Jubeltraube in der Mitte des Spielfelds. Wie verdammt gut dieser Sieg diesem Team tut.
So gut wie der Frühling unserem Gemüt nach einem langen, kalten Winter. Rägi lebt!!!

Am kommenden Sonntag geht es in Landquart um die Wurst. Kommt vorbei oder
schaut es euch im Stream an. Hauptsache Daumen drücken! Denn: Aufgeben ist keine
Option. Hopp Rägi!

Autor: R.G alias Rizmä

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